„Handelsblatt“-Chefredakteur Sebastian Matthes sieht die Medien mit in der Verantwortung für die Innovationsfähigkeit Deutschlands. Journalisten sollten aus seiner Sicht stärker über neue Technologien, innovative Unternehmen und Menschen berichten, die gesellschaftliche Probleme lösen.
„Natürlich müssen Medien zeigen, was nicht funktioniert. Wir müssen aber auch stärker über Ideen, Köpfe und Unternehmen berichten, die gesellschaftliche Probleme lösen, Krankheiten heilen und neue Technologien entwickeln“, sagte Matthes in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Ihnen eine größere Bühne zu geben, sei „kein Aktivismus, sondern eine möglichst vollständige Beschreibung der Wirklichkeit“.
Als Beispiel nennt Matthes das Münchner Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace. Dessen jüngster Erfolg habe aus seiner Sicht deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit verdient. „Warum ist die Nachricht nicht eine Woche lang Top-Thema in den Medien?“, fragt Matthes. „Vielleicht ist den Deutschen die Freude am Neuen abhandengekommen.“
Matthes beschäftigt sich auch in seinem ersten Buch „Inside 2029“, das am 1. Oktober erscheint, mit Deutschlands Innovationsfähigkeit und möglichen Wegen aus der Wachstumskrise. Dafür recherchierte er unter anderem in Hightech-Zentren wie Boston, Shenzhen und Bangalore.
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