Please wait...
News / Finanzfluss gewinnt gegen Meta: Konzern haftet für Fake-Anzeigen
Thomas Kehl (Foto: Finanzfluss)
17.09.2026   Aktuelles
Finanzfluss gewinnt gegen Meta: Konzern haftet für Fake-Anzeigen
Betrüger warben auf Facebook und Instagram mit dem Gesicht von Finanzfluss-Gründer Thomas Kehl für dubiose Geldanlagen. Das Landgericht Frankfurt nimmt nun Meta in die Pflicht.
Die Finanzplattform Finanzfluss und ihr Gründer Thomas Kehl haben vor dem Landgericht Frankfurt einen Erfolg gegen Meta erzielt. Der Facebook- und Instagram-Konzern muss dem Urteil zufolge künftig betrügerische Profile und Werbeanzeigen mit Bezug zu Kehl und Finanzfluss eigenständig herausfiltern, bevor sie auf seinen Plattformen erscheinen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Seit 2024 waren auf Facebook und Instagram zahlreiche Fake-Accounts und Anzeigen aufgetaucht, die mit dem Namen Finanzfluss oder dem Gesicht Kehls vermeintlich exklusive Anlagetipps bewarben. Nutzer wurden dabei unter anderem in private Chatgruppen gelockt, in denen ihnen dubiose Investments angeboten wurden. Finanzfluss hatte nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Fake-Anzeigen gemeldet und über 300 betrügerische Accounts identifiziert.

„Finanzfluss hat gegen Meta gewonnen“, schreibt Kehl auf LinkedIn. Bei künftigen Verstößen könne Finanzfluss direkt gegen Meta vorgehen. Dem Konzern droht dabei ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.
 
Das Gericht sprach Finanzfluss nach Angaben Kehls zudem einen Auskunftsanspruch zu. Meta müsse offenlegen, in welchem Umfang die rechtswidrigen Inhalte abgerufen wurden, welche Einnahmen damit erzielt wurden und wie vielen Menschen die Fakes ausgespielt wurden.

Kehl bezeichnet das Urteil als „wichtigen Schritt zum Schutz vor weitverbreitetem Finanzbetrug“. Meta lehnt die Entscheidung dagegen ab und prüft weitere Schritte. Der Konzern verweist darauf, erhebliche Maßnahmen gegen betrügerische Inhalte ergriffen zu haben und seine KI-basierten Schutzmechanismen weiter auszubauen.
 
Das Problem reicht weit über Finanzfluss hinaus. Betrüger nutzen in sozialen Netzwerken immer wieder Fotos, Namen und zunehmend auch KI-generierte Videos bekannter Persönlichkeiten, um für vermeintlich lukrative Geldanlagen oder Trading-Plattformen zu werben. Die Verbraucherzentralen warnen seit längerem vor der Masche; betroffen waren unter anderem Günther Jauch, Frank Thelen und Markus Lanz. (he)
-------
Die Wahl zu den Unternehmenssprechern des Jahres läuft - Stimmen Sie ab!

Sie möchten sich über Neuigkeiten in der Branche, Personalien, offene Jobs und aktuelle Journalistenpreise informieren? Dann bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter

Sie haben Personalnews in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Mailen Sie die Infos bitte an personalmeldungen@oberauer.com
 
Die wichtigsten News der Branche. Die aktuellsten Jobangebote. Jetzt Newsletter abonnieren.