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News / Bundesagentur für Arbeit bewertet journalistische Recherche als automatisierbar
Klaus Meier: "Größter Blödsinn" (Foto: Kilian Müller)
27.07.2026   Aktuelles
Bundesagentur für Arbeit bewertet journalistische Recherche als automatisierbar
Die Bundesagentur für Arbeit hält Recherche und Informationsbeschaffung im Journalismus für vollständig automatisierbar. Für renommierte Medienwissenschaftler ist die Bewertung des „Job-Futuromaten“ dagegen schlicht „völliger Unsinn“.
Der Kommunikationswissenschaftler Klaus Meier (Katholische Universität Eichstätt) bezeichnete die Einschätzung in der Süddeutschen Zeitung als den „größten Blödsinn, den ich jemals zu KI im Journalismus gelesen habe“. Recherche sei gerade jener Bereich, in dem KI allenfalls unterstütze, Journalistinnen und Journalisten aber nicht ersetzen könne. Aufgabe des Journalismus sei es, neue Informationen zu recherchieren, mit Menschen zu sprechen sowie Themen aufzudecken und einzuordnen, Fähigkeiten, die generative KI nicht besitze.

Auch der Kommunikationswissenschaftler und frühere DJV-Vorsitzende Siegfried Weischenberg kritisierte die Bewertung scharf. Die Einteilung der journalistischen Kerntätigkeiten im Futuromaten sei „völliger Unsinn“ und zeichne ein fachlich falsches Berufsbild. Der Schweizer Datenjournalist Timo Grossenbacher, Autor eines Handbuchs zur Automatisierung im Journalismus, kommt zu einem ähnlichen Schluss. KI könne Recherche nicht übernehmen, sondern allenfalls „unzuverlässig unterstützen“.

Der „Job-Futuromat“ soll Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Arbeitsuchenden dabei helfen, die Zukunftsfähigkeit verschiedener Berufe im Zeitalter von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz einzuschätzen. Grundlage der Bewertungen seien nach Angaben der Bundesagentur wissenschaftliche Analysen der jeweiligen Berufsbilder. Für den Journalistenberuf kommt das Tool zu dem Ergebnis, dass Recherche und Informationsbeschaffung zu 100 Prozent automatisierbar seien und der Beruf deshalb zu 40 Prozent automatisiert werden könne.

Die Bundesagentur für Arbeit weist die Kritik zurück. Die Bewertungen seien von Wissenschaftlern und nicht von KI erstellt worden. Nach Angaben der verantwortlichen Wissenschaftlerin Britta Matthes soll der Job-Futuromat zwar bis Ende 2026 aktualisiert werden. An der grundsätzlichen Methodik hält die Behörde jedoch fest. Eine zusätzliche Begutachtung durch Medienwissenschaftler hält Matthes nicht für erforderlich: „Wir sind die Forschenden (he).

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