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Andrea Wasmuth (Holtzbrinck Media)
21.07.2026   Aktuelles
Holtzbrinck Media will zukaufen, aber keine Redaktionen zusammenlegen
Holtzbrinck Media will nach dem Start Anfang 2027 auch durch Zukäufe wachsen. Im Gespräch mit der „SZ“ nennt die designierte Geschäftsführerin Andrea Wasmuth mögliche Übernahmefelder. Und sie macht klar, wo für sie bei Konsolidierung und KI die Grenzen liegen.

Die neue Holtzbrinck Media will nach ihrem Start Anfang 2027 auch durch Zukäufe wachsen. „Wir können uns gut vorstellen, dass Holtzbrinck Media am Markt ein aktiver Player wird, wenn es um das Thema Konsolidierung geht“, sagt die designierte Geschäftsführerin Andrea Wasmuth im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Kurzfristig seien allerdings noch keine Übernahmen geplant.

Als mögliche Zukäufe nennt Wasmuth Angebote aus den Bereichen Politik und Wirtschaft, aber auch Gesellschaft, Verticals oder Newsletter. Geografisch kommen Deutschland, Österreich und die Schweiz infrage. Eine konkrete „Targetlist“ gebe es bislang nicht. Spielraum für Investitionen schafft nach ihren Angaben auch der Verkauf der 50-Prozent-Beteiligung von Dieter von Holtzbrinck an der Zeit Verlagsgruppe an seinen Bruder Stefan.

Eine Konsolidierung auf Kosten eigenständiger Redaktionen schließt Wasmuth dagegen ausdrücklich aus. „Deswegen würden wir nie Redaktionen zusammenlegen. Im Gegenteil, wir wollen die Redaktionen stärken“, sagt sie. Gleichzeitig müsse jeder Bereich des neuen Unternehmens für sich wirtschaftlich erfolgreich sein. Querfinanzierung sei „nicht unsere Logik“.

Holtzbrinck Media soll zum 1. Januar 2027 aus der Handelsblatt Media Group, dem Tagesspiegel Verlag und DvH Medien entstehen. Das Unternehmen wird  mit rund 1.500 Beschäftigten auf einen Umsatz von etwa 300 Millionen Euro kommen. Zu den zentralen Marken gehören Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Tagesspiegel und die Background-Fachbriefings.

Wachstumspotenzial sieht Wasmuth neben neuen digitalen Angeboten auch im Veranstaltungsgeschäft. Allein die Handelsblatt Media Group veranstalte derzeit rund 200 Events pro Jahr. Beim Handelsblatt liege der Digitalanteil inzwischen bei 85 Prozent. Neue Bezahlangebote werden ebenfalls getestet, darunter das „Morning Briefing Plus“-Abo, das den Newsletter mit ausgewählten Artikeln und einem wöchentlichen Podcast kombiniert.

Auch zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Redaktionen zieht Wasmuth eine klare Grenze. KI werde etwa bei großen Datenmengen oder beim Faktencheck eingesetzt. „Was bei uns generell nicht vorkommt, ist, dass die KI ganze Artikel schreibt“, sagt sie. Viele KI-Texte seien bislang „nur eine Aneinanderreihung von Standardaussagen. Das ist für mich kein Journalismus.“
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