Matthes plädiert in einem Editorial für einen breiten Einsatz von KI als journalistisches Werkzeug – zieht aber eine klare Grenze bei klassischen Autorentexten. „Der Mensch schreibt, die KI darf unterstützen und verbessern. Nicht umgekehrt“, beschreibt er die Linie des Handelsblatts. KI werde dort unter anderem zum Schärfen von Themen, zur Strukturierung längerer Texte, zur Analyse grosser Datenmengen, bei der Redigatur und zur Faktenprüfung eingesetzt.
Die Handelsblatt-Redaktion habe zudem ein eigenes KI-Agentensystem entwickelt, das mehr als hundert Datenquellen mit Millionen Datenpunkten überwache und nach Auffälligkeiten und möglichen Geschichten suche. Bei bestimmten Nachrichten könne KI auch bei der Texterstellung unterstützen. Solche Beiträge würden von Menschen geprüft, redigiert und gekennzeichnet; die Verantwortung liege weiterhin bei einem Redakteur.
Die entscheidenden journalistischen Fähigkeiten sieht Matthes weiterhin beim Menschen: Vertrauen zu Informanten aufzubauen, die Welt selbst zu erkunden und originäre Gedanken zu entwickeln. Gleichzeitig warnt er davor, das eigene Denken an KI auszulagern. „Wer sein Denken an Maschinen delegiert, verlernt es.“ Gerade in einer Welt voller generischer KI-Inhalte würden authentisch von Menschen geschaffene Inhalte nach seiner Einschätzung an Wert gewinnen.
Zum Editorial im Handelsblatt: Editorial: Wie Künstliche Intelligenz unseren Journalismus verändert
-------
Die Jubiläumsausgabe der Wirtschaftsjournalist:in ist hier verfügbar.
Sie möchten sich über Neuigkeiten in der Branche, Personalien, offene Jobs und aktuelle Journalistenpreise informieren? Dann bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter
Sie haben Personalnews in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Mailen Sie die Infos bitte an personalmeldungen@oberauer.com