Tiefe statt Tempo: Wie die „Lebensmittel Zeitung" mit Recherche und Paywall Geld verdient
Die „Lebensmittel Zeitung" (LZ) ist eines der Aushängeschilder der dfv Mediengruppe – und ein Fachmedium, das gute Wirtschaftsjournalisten anzieht. Der Grund: Zeit für Recherche, die in vielen anderen Redaktionen knapp geworden ist.
Mit einer Gesamtauflage von fast 72.000 (Print und digitale Bezahlangebote) erscheint die LZ wöchentlich, im Schnitt 56 Seiten stark. Die Zeitung ist voll mit ganzseitigen Werbeanzeigen: Unternehmen aus Handel und Konsumgüterbranche wissen, dass sie dort ihre Zielgruppe erreichen – etwa bei Produktneuheiten, um Händler oder Vertriebspartner anzusprechen.
Rund 50 Journalistinnen und Journalisten arbeiten für die LZ – selbst ausgebildeter Nachwuchs ebenso wie erfahrene Redakteure, die von Tageszeitungen oder anderen klassischen Medien gewechselt sind. Die Redaktion wird geleitet von Chefredakteurin Christiane Preuschat und ihren Stellvertreterinnen Miriam Hebben und Tanja Fries.
„Viele Journalisten wollen irgendwann nicht mehr nur oberflächlich von einem Thema zum nächsten springen", sagt Preuschat. Volontariate haben einen hohen Stellenwert, regelmäßige Schulungen zu Bilanzanalyse und Recherchemethoden inklusive.
Digital hat die LZ früh angepackt: Bereits 1997 ging sie online, und schon früh gab es eine Paywall. Die Leser wurden von Anfang an daran gewöhnt, dass exklusive Inhalte nicht gratis erhältlich sind. Heute zählt die LZ fast 25.000 Digitalabonnenten – bei einer Print-Auflage von gut 47.000. Der Anteil der Online-Einnahmen stieg von unter 30 Prozent (2019) auf über 60 Prozent (2025), die Abo-Erlöse insgesamt um 28 Prozent.
Dabei verfolgt die Redaktion keinen radikalen Online-first-Ansatz, sondern eine Balance zwischen beiden Kanälen. Eine separate Onlineredaktion kümmert sich um Nachrichten und Social Media, während Redakteure, die große Exklusivgeschichten recherchieren, vom Tagesgeschäft freigehalten werden. Neben der Zeitung betreibt die LZ das Magazin „LZ direkt", ein Stellenportal für die Lebensmittelbranche und ein Eventgeschäft – darunter den „Goldenen Zuckerhut", der innerhalb der Branche als „Oscar der Lebensmittelwirtschaft" gilt.
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Dieser Text ist eine Zusammenfassung einer Story in der aktuellen Jubiläumsausgabe der Wirtschaftsjournalist:in .
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