In einem Editorial und einem begleitenden LinkedIn-Post kritisiert er das neue „AI-Shaming“ und „AI-Blaming“ als „schräg“ und „schädlich“.
Anlass sind unter anderem die Diskussionen um Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Beide stehen in der Kritik, weil sie KI für Texte genutzt haben sollen. Von Buttlar hält die Aufregung für überzogen: „Wo ist das Problem?“, fragt er. Es sei sogar sinnvoll, wenn Politiker Büroarbeit mit KI-Agenten erledigten und dadurch mehr Zeit für andere Aufgaben hätten.
Der WiWo-Chef plädiert für einen pragmatischen Umgang mit der Technologie. Regeln und Transparenz seien notwendig. Entscheidend sei aber nicht, ob jemand KI nutze, sondern ob er das Denken und Urteilen an die Maschine abgebe. „Wer das Denken aufgibt und an eine KI outsourct, hat eh ein Problem“, schreibt von Buttlar.
Auch die WirtschaftsWoche selbst setzt KI nach seinen Angaben ein – etwa für Übersetzungen, Transkriptionen, Recherchen oder als Sparringspartner. Recherche, Faktencheck und journalistisches Urteil blieben jedoch Aufgabe von Menschen.
Die eigentliche Gefahr sieht von Buttlar ohnehin woanders. Nicht die Nutzung von KI sei die grosse Herausforderung, sondern die Frage, ob Europa bei der Einführung und wirtschaftlichen Nutzung der Technologie den Anschluss halte. Sonst könnten auf der Wertschöpfungskette am Ende nur „ein paar KI-Krümel“ übrig bleiben.
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