Wen und was Wirtschaftsredaktionen wirklich suchen. Fragen und Antworten zu Arbeitsmarkt, Gehältern, Karriere und KI. Der Chefredakteur von „Business Insider“ antwortet.
Der Arbeitsmarkt im Wirtschaftsjournalismus verändert sich spürbar: Redaktionen stellen selektiver ein und erwarten mehr als solide Schreibe und Fachwissen. Welche Profile gefragt sind, welche Fähigkeiten zählen, wie sich Gehälter entwickeln und welche Rolle KI spielt: Roland Karle hat für „
Wirtschaftsjournalist:in" zum Einstieg, zur Karriere und zu den Perspektiven im Beruf“ nachgefragt.
Mit welchem Profil hat man die besten Chancen? „Neue Ideen und Impulse tun uns gut, genauso wie unterschiedliche Biografien und Hintergründe, die Menschen mitbringen.“ Moritz Seyffarth, Chefredakteur Business Insider (BI) hat klare Erwartungen an Wirtschafts- und Finanzjournalisten, was ökonomisches Fachwissen betrifft. „Wer Zusammenhänge nicht versteht, kann sie auch nicht erklären – egal, welche Tools zur Verfügung stehen.“
Welche Rolle spielt KI für den Beruf?„Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für Kompetenz, sondern ein Verstärker. Sie hilft vor allem denen, die bereits Wissen und journalistisches Urteilsvermögen haben“, sagt BI-Chef Moritz Seyffarth vor dem Hintergrund, dass es selbstverständlich geworden sei, mehrere Kanäle zu bedienen wie Text, Audio, Video, Socia Medial. Je größer die fachliche Basis, desto größer der Hebel durch KI. „KI macht aus durchschnittlichen Journalisten keine sehr guten – aber sie kann sehr gute Journalisten noch einmal deutlich besser machen.“
Wie werden Redaktionen auf Talente aufmerksam? „Wir erleben immer wieder, dass junge Kolleginnen und Kollegen schon vor dem klassischen Berufseinstieg sichtbar sind – etwa durch eigene Podcast-Projekte, Newsletter oder Social-Media-Formate“, sagt Moritz Seyffarth. Sein Rat: „Nicht warten, bis man fertig ist, sondern früh anfangen, journalistisch zu arbeiten und sich eine eigene Marke aufzubauen.“ Entscheidend sei, „frühzeitig ein klares Profil zu entwickeln“.
Den Beitrag "Karriere im Ressort Wirtschaft" lesen Sie in der Printausgabe von "Wirtschaftsjournalist:in".