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Bastian Obermayer (Foto: Stefanie Füssenich)
07.04.2026   Aktuelles
Bastian Obermayer: So aktuell sind die Panama Papers
Mit Frederik Obermaier ist er der Journalist, den man in Deutschland mit der bis heute größten internationale Recherchekooperation verbindet. 10 Jahre nach Veröffentlichung ist das Kapitel noch nicht zugeschlagen.
Bastian Obermayer blickt zurück: Daten aus der Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca, die bei der „Süddeutschen Zeitung“ ankamen, waren im Jahr 2016 die Basis für die Recherche zu den Panama Papers. Sie enthüllte, wie Despoten, Kriminelle, Prominente und Superreiche fragwürdige Vermögen mit Hilfe dieser Kanzlei über Offshore-Konstruktionen verschleierten.

Der stellvertretende Chefredakteur Ulrich Schäfer hat dieses Datum zum Anlass für einen Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ genommen: „Die Recherche zeigte, welche Kraft gewissenhafter und der Wahrheit verpflichteter Journalismus haben kann, und warum es in einer digitalisierten Welt oft nötig ist, dass Journalisten über Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Die SZ teilte die riesige Datenmenge mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und mehr als 80 Medien in der ganzen Welt. Gut 400 Journalisten recherchierten ein Jahr lang gemeinsam.“
 
Bastian Obermayer liefert auf Linkedin Hintergründe und Ausblicke: „Neben dem Kanzleigründer Jürgen Mossack und seinem panamaischen Kompagnon Ramón Fonseca gab es noch einen weiteren Mann: Christoph Zollinger. Dieser steht jetzt in Köln vor Gericht. Er war von etwa 2004 an für mehrere Jahre Partner des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Mossack Fonseca (Mossfon).
Die Kanzlei Mossack Fonseca stellte Ende 2018 ihren Geschäftsbetrieb ein, die Daten der Panama Papers aber werden bis heute noch genutzt. Journalisten brauchen sie für Recherchen, Fahnder gleichen Fälle damit ab. Das Urteil gegen Christoph Zollinger soll noch im April gefällt werden. Es ist noch nicht vorbei.
 
Die SZ teilte die Daten damals mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und recherchierte mit rund 400 Kolleginnen und Kolleginnen aus aller Welt – in Deutschland mit dem NDR und dem WDR – Firmen, Personen, Geldflüsse.
 
Aus weltweit Tausenden Artikeln schien ein gleißendes Licht in die Schattenwelt des Geldes, die Branche verlor zeitweise ihr wichtigstes Asset, die Garantie auf absolute Geheimhaltung. Internationalen Schätzungen zufolge flossen mehr als 1,3 Milliarden Dollar nicht gezahlter Steuern an Staaten zurück, in mehr als 80 Ländern wurden Verfahren wegen verschiedenster Delikte eingeleitet.
 
Der Schutz von Whistleblowern wie John Doe, der in einem Interview 2022 davon ausging, seine Identität aus Sicherheitsgründen bis zu seinem Lebensende geheim halten zu müssen, wurde verbessert, mehr Transparenz für die Finanzwirtschaft in die Gesetze vieler Länder hineingeschrieben. Die Panama Papers, bis heute die größte internationale Recherchekooperation, wurden 2017 als Projekt mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.“


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