Die Handelsblatt Media Group gründet ein neues Wirtschaftsnetzwerk für Führungskräfte. Die Director Community erklärt, wer angesprochen wird.
Die Handelsblatt Media Group arbeitet an einem geschlossenen Netzwerk für Führungskräfte aus den Bereichen Finanzen, Marketing und Technologie. Darüber berichtet "
turi2". Ein Interview von Björn Czieslik.
The Boardroom will Spitzenkräften einen vertraulichen Rahmen geben, um sich offen und “off the record” über berufliche Herausforderungen und Probleme auszutauschen – und damit einen “Gegenpol zur reichweitenorientierten, eher werbenden Kommunikation auf LinkedIn” schaffen, sagt Barbara Burk, die als Director Community den Aufbau der Fachgruppen leitet. Die ersten Online- und Offline-Formate sind für Mai und Juni geplant, einmal im Jahr steht ein zweitägiges “Retreat” auf der Agenda. Im turi2-Kurzinterview erklärt Burk, wie sie die Mitglieder auswählt, warum sich das “Handelsblatt” nicht mehr nur als Medienhaus, sondern als “zentrale Wirtschaftsplattform” sieht und weshalb die 6.000 Euro Mitgliedsgebühr pro Jahr aus ihrer Sicht gerechtfertigt sind.
Das “Handelsblatt” plant mit “The Boardroom” ein Wirtschaftsnetzwerk für Top-Führungskräfte. Was soll “The Boardroom” leisten, was Xing und LinkedIn nicht können?Bei The Boardroom” geht es um einen vertraulichen, persönlichen und direkten Austausch in einem kleinen, exklusiven Kreis von Menschen, die vergleichbare Führungspositionen innehaben und ähnliche Herausforderungen erleben. Das können Plattformen wie LinkedIn oder Xing nicht leisten. Wir sehen hier einen deutlichen Bedarf: Bei unseren Events zeigt sich immer wieder der Wunsch nach “off-the-record”-Formaten – vielleicht auch als Gegenpol zur reichweitenorientierten, eher werbenden Kommunikation auf LinkedIn.
Welche Formen des Austauschs sind geplant?Die Boardrooms sind auf einen kontinuierlichen, anspruchsvollen Dialog ausgelegt. Ziel ist ein Netzwerk, das nicht nur punktuell zu Events zusammenkommt, sondern dauerhaft voneinander profitiert – und sich vertraut. Zum Programm gehören auch regelmäßige digitale Formate sowie mehrtägige Meet-ups mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten.
An wen und welche Fachbereiche richtet sich das Netzwerk?Wir strukturieren die Boardrooms nach Funktionen und starten zunächst mit drei Peergroups: CFOs, CIOs und CMOs. Damit richtet sich das Netzwerk klar an die oberste Führungsebene von Unternehmen.
Gleichzeitig verstehen wir “C-Level” bewusst nicht ausschließlich formal, sondern auch inhaltlich: Auch Führungspersönlichkeiten mit maßgeblicher Verantwortung für einen Geschäftsbereich oder eine zentrale Funktion sind Teil der Zielgruppe – entscheidend ist das tatsächliche Entscheidungsniveau.
Welche Aufnahmekriterien gibt es?Die Aufnahme erfolgt kuratiert mit dem Ziel, innerhalb der Gruppen ein echtes Peer-Level sicherzustellen. Maßgeblich sind insbesondere die strategische Relevanz der Rolle sowie die Größe und Komplexität des jeweiligen Verantwortungsbereichs und Unternehmensumfelds.
Jede Bewerbung wird individuell geprüft, um einen Austausch auf Augenhöhe und hohe inhaltliche Relevanz zu gewährleisten.
Mit 6.000 Euro im Jahr ist der “Eintrittspreis” nicht gerade günstig. Soll der Preis auch abschrecken, damit nicht jeder dabei ist?Nein, im Gegenteil. Wir begrenzen die Gruppengröße bewusst auf 30 bis maximal 50 Personen und kuratieren die Mitgliedschaft sehr sorgfältig. Nur so entsteht ein Umfeld, in dem ehrlicher, vertraulicher Austausch und langfristige Verbindungen möglich sind. Die Qualität der Diskussionen, der Expertise und der gemeinsamen Formate sind aus unserer Sicht ein Wert, der weit über den Preis hinausgeht.
Was prädestiniert ein Medienhaus wie die Handelsblatt Media Group eigentlich dazu, ein solches Netzwerk auszurichten?Für uns ist es eine natürliche Entwicklung: Als Medienhaus mit einem Wirtschaftsfokus entwickeln sich die Anforderungen an uns und auch unser Selbstverständnis unserer Rolle weiter: Wir sind eine zentrale Wirtschaftsplattform. Kaum ein anderes Medienhaus verfügt über eine ähnlich umfangreiche und langjährige Erfahrung im Event- und Community-Geschäft wie wir es tun. Wir veranstalten mehr als 200 Formate pro Jahr – vom hochspezialisierten Fachevent bis zum großen Branchengipfel.
Viele Teilnehmende empfinden diese Veranstaltungen als jährliches „Klassentreffen“ ihrer Branche. Besonders geschätzt werden dabei der fachliche Austausch und die vertraulichen Gespräche “zwischendurch”. Das entwickeln wir weiter: Gerade in Zeiten rasanter technologischer Entwicklungen wie KI werden echte persönliche Begegnungen immer wichtiger. Der Erfolg unserer bestehenden Netzwerke – etwa “Pulse”, unserem Wirtschaftsnetzwerk für Frauen, oder dem KI-Circle – zeigt, wie stark der Bedarf an kontinuierlichem Austausch und hochwertigem Input ist.
Soll “The Boardroom” ein eigenständiges, gewinnbringendes Geschäft sein oder ein Marketinginstrument für die Marke “Handelsblatt”?Die Events und Communities der Handelsblatt Media Group sind eigenständige, strategisch wichtige Geschäftsfelder – eng verbunden mit unseren Kernmarken “Handelsblatt” und “Wirtschaftswoche”.
Wird das “Handelsblatt” die Foren und Treffen auch redaktionell begleiten oder sich inspirieren lassen, welche Themen die Führungskräfte bewegen?Eine redaktionelle Begleitung von “The Boardroom” ist nicht vorgesehen, da dies dem “off-the-record”-Charakter widersprechen würde. Zudem hat die journalistische Unabhängigkeit der Redaktionen für uns oberste Priorität. Für das Einbinden unserer Journalistinnen und Journalisten in Veranstaltungen und andere Formate gelten klare Standards, die diese Unabhängigkeit sicherstellen und Interessenskonflikte vermeiden.
Bisher läuft “The Boardroom” noch weitgehend unter dem Radar. Wann soll es losgehen und was für Kommunikationsmaßnahmen sind geplant?Wir befinden uns derzeit im Aufbau der drei Peergroups und haben gerade mit den ersten Kommunikationsmaßnahmen begonnen. Da die sorgfältige Zusammensetzung der Gruppen entscheidend für die Qualität des Austauschs ist, sprechen wir potenzielle Mitglieder auch gezielt persönlich an. Der Ansatz von “The Boardroom” wird nie eine Breitenkommunikation sein. Die ersten Formate sind für den Mai und Juni geplant.
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