Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” hat ihr Digitalabonnement FAZ+ um eine Premium-Variante erweitert. Der FAZ-Geschäftsführer nutzt Fachinformationen, um Digital-Abos zu akquirieren.
Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” hat ihr Digitalabonnement FAZ+ um eine Premium-Variante erweitert, das berichtet Henning Kornfeld bei
kress.de. FAZ+ Premium unterscheidet sich vom herkömmlichen Abo insbesondere durch zusätzliche Inhalte zu den Themen Finanzen, Digitalwirtschaft, Weltwirtschaft und Recht – und durch einen höheren Preis.
Das im Oktober 2018 eingeführte Digital-Abo FAZ+ der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” ist eine Erfolgsgeschichte: Es kam zuletzt laut IVW auf knapp 165.000 Abonnenten. Schönheitsfehler aus Sicht des Unternehmens: Trotz einiger Preiserhöhungen ist es für FAZ-Verhältnisse mit einem Standardpreis von 3,45 Euro pro Woche (erstes Jahr) bzw. 5,95 Euro (vom zweiten Jahr an) relativ billig.
Jetzt hat die Zeitung indes eine Premium-Variante ersonnen, um die vermutete höhere Bezahlbereitschaft von Teilen der FAZ+-Nutzerschaft abzuschöpfen. Die Zeitung ist mit dem Produkt FAZ+ Premium in den Markt gegangen, das sich von FAZ+ durch zusätzliche Inhalte, Werbefreiheit und eine höhere Anzahl von Nutzerkonten unterscheidet. Das neue Angebot richte sich an Leserinnen und Leser, “die die Inhalte der FAZ schätzen und vertiefende Berichterstattung und zusätzliche Services nutzen möchten”, so die Zeitung.
FAZ+ Premium enthält vier “Premium-Newsletter” zu den Interessensgebieten Finanzen, Digitalwirtschaft, Weltwirtschaft und Recht ("Einspruch") sowie Premium-Artikel auf FAZ.net. Das Abonnement erlaubt zudem das Lesen ohne Werbung auf FAZ.net und in den Apps und umfasst vier Benutzerkonten, zum Beispiel zur Nutzung innerhalb von Familien. Im ersten Jahr kostet FAZ+ Premium 6,70 Euro pro Woche, im Anschluss steigt der Preis auf 8,70 Euro.
Die Voraussetzungen für den Start von FAZ+ Premium hat die Zeitung seit 2023 peu à peu geschaffen: durch die Produktreihe Pro mit vertieften Fachinformationen zu den Themen Digitalwirtschaft, Recht, Weltwirtschaft und Finanzen. Bisher war dieses Angebot allen FAZ+-Abonnenten zugänglich, nun müssen sie zu Premium upgraden, wenn sie zum Beispiel das stark auf das Thema KI konzentrierte Informationspaket Digitalwirtschaft nutzen wollen.
Der Strategie, Abo-Produkte in die eine oder andere Richtung zu differenzieren, folgen auch andere namhafte Publisher: So hat der “Spiegel” seit 2024 neben einer Premium- und einer Premium-Kombi-Variante seines Abonnements auch ein “Starter-Abo” im Portfolio. Es ist günstiger als die übrigen Produkte, erlaubt aber nur den Zugriff auf eine begrenzte Zahl von Artikeln hinter der Paywall.
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