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News / Christian Salewski im Interview
Christian Salewski (Foto: Julia Klaus)
24.03.2026   Aktuelles
Christian Salewski im Interview
Der preisgekrönte Investigativreporter Christian Salewski war mit seinem Medien-Start-up, „ein bisschen auf Robin-Hood-Mission“. Jetzt arbeitet er für das ZDF-Magazin „Frontal“. Senta Krasser sprach für „medium magazin“ mit ihm:
Was ist Ihre Mission bei „Frontal“?
Die Mission von „Frontal“ ist es, kritisch, investigativ und unerschrocken hinter die Kulissen von Macht und Geld zu blicken. Das deckt sich mit meiner persönlichen Motivation zu 100 Prozent.
 
Wem oder was sind Sie aktuell auf der Spur?
Ich komme aus Schleswig-Holstein, daher kläre ich gerade ein für alle Mal den Tod von Uwe Barschel auf! Im Ernst: Verrate ich natürlich nicht.
 
Warum sind Sie Journalist geworden?
Weil mich schon zu Schulzeiten interessiert hat, wie politische und wirtschaftliche Macht funktioniert und wie man sie kritisch hinterfragt. Ein Faible für Sprache kam dazu. Damit war der Weg dann vorgezeichnet.
 
Drei Eigenschaften, die gute Investigativreporter auszeichnen?
Gespür für Gerechtigkeit, Kreativität in der Recherche und eine gewisse Sturheit: Nicht aufgeben, auch wenn es schwierig wird. Beim Marathon würde man dazu Tempohärte sagen.
 
Auf welche Recherche sind Sie besonders stolz?
Im Rahmen der „Cum-Ex-Files“ als Undercover-Milliardär Steuerraub anzubahnen, war sicher ein Highlight. Mit der Sneakerjagd die eigene Medienmarke „Flip“ neben NDR und „Zeit“ bis in die „Tagesschau“ zu führen, war aber auch ganz schick.
 
Welche belastenden Dokumente fände man über Sie?
Ich hoffe keine! Und seit ich kürzlich meinen alten Papierlappen umtauschen musste, auf dem mein 18-jähriges Ich blondierte Haare trug, gibt es auch da nix mehr zu holen.
 
Was nehmen Sie auf Recherche immer mit?
Laufschuhe, also neben der Reporter-Ausstattung.
 
Können Sie eine Sneakermarke für rasende Reporter empfehlen?
Den von „Flip“ in einer experimentellen Recherche entwickelten Recycling-Sneaker „Marabu“ gibt es leider nicht mehr, und da ich jetzt als Redakteur beim ÖR arbeite, ist Schleichwerbung ohnehin untersagt.
 
Fünf Jahre „Flip“ – welche Erkenntnis bleibt?
Dass es als Indie-Medium sehr schwer ist, investigative Erfolge in ein tragfähiges Geschäftsmodell zu überführen. Aber ich bereue nicht, es versucht zu haben. Die Lernkurve war auf jeden Fall schön steil.
 
Was ist besser für Konto und Seele: Freiberufler oder Angestellter?
Nach langer Selbstständigkeit bin ich froh, mich nun weniger ums Konto und mehr um Recherche kümmern zu können. Meine innere Freiheit behalte ich aber auch als Angestellter.
 
Wie und womit entspannen Sie?
Ich gehe gerne laufen, am liebsten morgens in den Sonnenaufgang, dann wird der Tag gut.
 
Wo sind Sie in zehn Jahren auf Mission?
Puh, in derart schnelllebigen Zeiten schwer zu sagen. Aber da investigativer und kritischer Journalismus immer wichtiger wird, denke ich, ich bleibe der Mission treu. 


Dieser Beitrag stammt aus dem "medium magazin", das wie "Wirtschaftsjournalist:in" im Oberauer Verlag erscheint.
 
 
 
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