Überraschender Wechsel im Dieter von Holztbrinck Medien-Kosmos. Die Digitalexpertin wechselt den Chefredakteurs-Sessel.
Zum 1. August übernimmt sie die Position der Chefredakteurin bei „Tagesspiegel Background“. In dieser Funktion wird sie die redaktionelle Leitung der digitalen B2B-Fachdienste verantworten und die strategische Weiterentwicklung von Background vorantreiben. Für die „Handelsblatt“-CEO Andrea Wasmuth ist Charlotte Morré eine der profiliertesten digitalen Führungskräfte im Dieter von Holtzbrinck-Kosmos.
Charlotte Morré ist seit Oktober 2021 Head of Digital und Mitglied der Chefredaktion beim „Handelsblatt“. Dort verantwortet sie die redaktionelle Digital- und KI-Strategie und die Bereiche Podcast, Video, Live, Social-Media, Newsletter und Datenjournalismus.
Mit dem 2017 gestarteten „Background“ ist der Tagesspiegel in den Markt für exklusive Fachinformationen für Entscheider und Professionals in Politik und Verwaltung in Deutschland eingetreten und hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 100.000 registrierte Nutzer gewonnen. Unter der Marke „Tagesspiegel Background“ erscheinen bisher acht Briefings und vier Monitorings zu Themenfeldern aus Wissenschaft, Politik und Regulierung.
„Seit Sommer 2025 arbeiten Tagesspiegel Background und die Handelsblatt Media Group bereits über deren Event-Tochter Euroforum in einer strategischen Partnerschaft zusammen.
Der Tagesspiegel gehört – wie die „Zeit“, das „Handelsblatt“ und die „Wirtschaftswoche“ – zur DvH Medien GmbH von Dieter von Holtzbrinck.
„Handelsblatt“-Chefredakteur Sebastian Matthes verabschiedet die Kollegen mit einem sehr persönlichen Rückblick auf Linkedin: „Ich erinnere mich gut an mein erstes Gespräch mit Charlotte Morré. Sie war mit ihrer Familie gerade nach Kanada gezogen und suchte alles – nur keinen Job in Deutschland. Ich suchte allerdings eine Digitalchefin. Nach einigen zeitverschiebungsbedingt spätabendlichen Telefonaten konnte ich sie überzeugen, nach Europa zurückzukommen. Für das Handelsblatt war dies eine der besten Entscheidungen seit Jahren.
Sie war schon damals das, was in diesem Job so selten ist: eine Journalistin, die digitale Produkte nicht nur versteht, sondern selbst aufgebaut hat. Noch wichtiger: Charlotte ist eine Persönlichkeit, die Menschen gewinnen kann – und sie davon überzeugen kann, Dinge zu tun, die sie sich selbst nicht zugetraut hätten. Genau das macht exzellente Führungskräfte aus.
Dazu muss man wissen: Charlotte hat beim Handelsblatt einen der schwierigsten Jobs übernommen. Sie wurde meine Nachfolgerin. Sie musste also mit jemandem zusammenarbeiten, der glaubte, vieles mindestens genauso gut zu wissen (was schon damals nicht stimmte).
Schnell hat Charlotte gezeigt, dass sie nicht nur operativ stark ist und komplexe Projekte in kurzer Zeit umsetzen kann. Sie hat auch diese in Redaktionen seltene Fähigkeit, strategisch weit über die aktuellen Herausforderungen hinauszudenken.
Ich erinnere mich an viele Situationen, in denen sie zunächst noch vorsichtig, dann immer klarer sagte: „Das sehe ich anders." Bei Personalentscheidungen. Bei neuen Produkten. Bei Podcast-Formaten und digitalem Storytelling, Ideen für Geschichten, unserer KI-Strategie. Und zuletzt beim Start unserer Hochkantvideo-Initiative – einem der erfolgreichsten digitalen Projekte, die wir in letzter Zeit gemacht haben.
In der Regel hatte sie Recht.
Charlotte hat den Digitalbereich beim Handelsblatt komplett neu aufgestellt. Auf unterschiedlichsten Positionen neue Köpfe geholt, die einen neuen Spirit in die Redaktion gebracht haben. Sie hat ein Team geformt, das es so vorher nicht gab. Und wer das Handelsblatt digital verfolgt hat, hat ihre Arbeit gesehen. Heute sind fast 90 Prozent unserer Abonnenten digitale Abonnenten.
Jetzt zieht Charlotte weiter – und übernimmt noch mehr Verantwortung: Sie wird Chefin der innovativen Tagesspiegel Background-Briefings, eines für unsere Verlagsgruppe strategisch wichtigen Projekts, mit dem das Handelsblatt viel intensiver zusammenarbeiten wird.
Charlottes Abschied ist ein großer Verlust für uns. Aber ich habe in den vergangenen Jahren gelernt: Die besten Köpfe gewinnt man mitunter nur auf Zeit. Sie entwickeln sich weiter. Und irgendwann werden sie größer als jede Rolle, die man ihnen anbieten kann. Das Beste, was man dann tun kann, ist, ihnen zu helfen, ihren Weg zu gehen.
Ich bin froh, dass ich das bei ihr tun durfte. Alles Gute, liebe Charlotte. Du wirst das wunderbar machen. Deinen Humor und Deine Gabe, auch im größten Chaos noch den positiven Ausweg zu sehen, werde ich trotzdem vermissen. Aber ich bin froh, dass Du der Holtzbrinck-Gruppe erhalten bleibst.“
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