Der Gastgeber des „Business-Insider“-Podcasts „Macht&Millionen“ nimmt zur Diskussion Stellung. Wann wird Werbung zur Prostitution?
The-Pioneer-Gründer Gabor Steingart hatte Podcasts-Hosts, die Werbung einsprechen, Prostitution vorgeworfen. Lars Petersen wundert sich über die Schärfe der Diskussion: „Also ich wurde ja schon vieles genannt. Aber dass ich mich prostituieren würde, ist auch für mich neu.“
Er halte die Steingartsche Kritk hinsichtlich Wortwahl, Stil und Motivation für völlig deplatziert. „Gleichwohl spricht Gabor etwas an, was in der Medienbranche immer relevanter wird: Trotz des anhaltenden Hypes um Podcasts hat dieses Format nämlich nicht selten ein Finanzierungsproblem,“ so Peterson auf Linkedin.
Host-Ads, also vom Podcast-Host eingesprochene Werbung, seien dagegen finanziell äußerst lukrativ und machten einen signifikanten Unterschied aus. Lars Petersen betont: „Seitdem ich als Host "Macht und Millionen" übernommen habe, spreche ich Werbung ein. Es war ein bewusster Schritt, der mir nicht leicht fiel, gerade als Investigativ-Journalist. Denn in der Tat verleiht man der Werbung eine Glaubwürdigkeit, die Grenze zwischen Journalismus und Werbung droht hier zu verwischen.
Und doch stehe ich zu diesem Schritt: Denn zum einen braucht es für Journalismus eine gute wirtschaftliche Grundlage. Alles andere ist lebensfern. Zum anderen habe ich ein Veto-Recht für potenzielle Werbepartner, wenn ich eine Host-Ad journalistisch für nicht tragbar halte. Dieses Recht habe ich bereits wiederholt in Anspruch genommen und dabei hatte ich von „Business Insider“ stets die volle Rückendeckung. Auch schreibe ich keine Werbetexte. Und selbstverständlich wird Werbung als Werbung gekennzeichnet. Wer für Werbung bezahlt, ist nicht vor kritischen Geschichten geschützt. Das war nie so und wird nie so sein.
Kurzum: Host-Ads sind ein journalistisch schwieriges Thema. Aber man kann (und muss) es lösen, ohne sich vermeintlich zu prostituieren.“
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