Das Team um Isabell Hülsen muss bangen. Während die Kernmarke „Spiegel“ vergleichsweise stabil bleibt, bereiten andere Teile der Gruppe Sorgen.
Interne Zahlen, die kress vorliegen, geben Einblick in die wirtschaftliche Lage – von stagnierenden Abos bis zu drohenden Verlusten beim „Manager Magazin“. Ein Auszug aus der "Spiegel"-Story in „
kress pro“, die Wolfgang Messner recherchiert hat:
"Wie sieht es wirtschaftlich in der „Spiegel“-Gruppe aus? Es könnte schlimmer sein. Aber richtig gut geht es dem „Spiegel“ auch nicht. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt die rückläufige Entwicklung. Im dritten Quartal, das Ende September schloss, ergibt sich laut internen Zahlen, die „kress pro“ vorliegen, folgendes Bild: 263.300 digitale Abos und 190.100 Printabos stehen auf der Habenseite.
Beide Zahlen liegen nach interner Darstellung über den Planungen. Allerdings verwundert diese Einordnung, denn tatsächlich stagniert die Entwicklung bei den Digitalabos; im Print sind sie rückläufig. So verzeichnete der „Spiegel“ vor einem Jahr 262.200 digitale Abos, woraus sich lediglich ein leichter Anstieg von 1.100 Abos ergibt.
Beim Printheft ist der Trend weiter negativ. Hier erlitt das Magazin einen Rückgang von 19.300 Stück. Vor einem Jahr hatte die Auflage noch bei 209.400 Stück gelegen. Im Einzelverkauf erlöste der Verlag 15,2 Millionen Euro und damit 4,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2024, was aber als „gutes Ergebnis“ bezeichnet wird.
Wirtschaftlich düster sieht es derzeit vor allem beim „Manager Magazin“ aus. Dort drohen deutliche Verluste, weil das Anzeigengeschäft eingebrochen ist und eine hohe sechsstellige Summe fehlen soll, so interne Quellen.
Somit bleibt fraglich, ob die „Spiegel“-Gruppe die Vorjahreszahlen mit einem Umsatz von 255,2 Millionen Euro und einem Gewinn von 26,5 Millionen erreichen kann. Etwaigen schlechteren Zahlen aber hat das Geschäftsleitungsduo Hass und Ottlitz bereits im ersten Halbjahr vorgebaut, indem man sämtliche „Spiegel“-Mitarbeiter verpflichtet hatte, den Jahresurlaub bereits im Jahr 2025 abzufeiern und nicht noch Tage ins nächste Jahr mit hinüber zu nehmen, was allgemein üblich ist. So müssen nun für die Bilanz 2025 keine hohen Rückstellungen in Millionenhöhe gebildet werden, wie dies bei einem Übertrag von Urlaubstagen sonst notwendig ist. Schätzungen zufolge könnte durch diese Maßnahme die Bilanz 2025 um eine Summe zwischen 2,5 Millionen und 3 Millionen Euro aufgehübscht werden. Schon die Bilanz 2024 war nach einer Auflösung von Rückstellungen um den Einmaleffekt von 3 Millionen Euro verbessert worden. Das Problem: Tricksereien wie diese sind endlich."
Die Ausgabe von "kress pro" finden Sie hier.