Die neue Frankreich-Korrespondentin der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ verrät im Interview mit dem „medium magazin“, warum sie bei der ARD gekündigt hat.
Das
"medium magazin" schreibt: "Man kennt die gebürtige Frankfurterin, Jahrgang 1982, aus „Tagesschau“-Schalten und „Tagesthemen“-Kommentaren. Insgesamt 15 Jahre war sie im ARD-Dienst. So arbeitete sie nach dem WDR-Volontariat als Wirtschaftsredakteurin, Reporterin für „Morgen- und Mittagsmagazin“ und Chefin vom Dienst mit Verantwortung auch für die Wahl- und Umfrageberichterstattung.
Ab 2020 berichtete sie für die ARD aus Paris. Nach fünf Jahren war eine Verlängerung offenbar keine Option. An der Seine (und in Hamburg und Köln) hatte die frankophile Journalistin VWL und Internationales Management studiert, nebenher Print-Erfahrung bei „Frankfurter Neue Presse“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ gesammelt. Im französischen TV wird Hofmann weiterhin als Expertin zu Gast sein. Ein Auszug aus dem „Fragebogen“:
Worin liegt der Zauber von Paris? Es gibt dieses Zitat: „Paris ist keine Stadt, es ist eine Welt.“ Das stimmt. Paris hat so viele spannende Seiten, Menschen, Geschichten. Wenn man Frankreich besser verstehen will, muss man aber auch heraus aus Paris.
Welches Chanson drückt Ihren Wechsel zum „Handelsblatt“ am besten aus? „Il est 5 heures, Paris s’éveille“ von Jacques Dutronc. Bei der ARD ist die Prime Time abends. Beim „Handelsblatt“ geht es früher los, wenn auch nicht um 5 Uhr. Das Lied beschreibt auch sehr poetisch die vielen Facetten der Stadt.
Was ist der Charme von Zeitungsjournalismus? Das „Handelsblatt“ ist ja viel mehr als das. Bei der ARD habe ich für Fernsehen, Radio, Social Media und Online produziert. Beim „Handelsblatt“ kann ich diese crossmediale Arbeit fortführen: für Online, Zeitung, Podcast, Veranstaltungen et cetera.
Warum haben Sie eigentlich der ARD Adieu gesagt? Das war keine Entscheidung gegen die ARD, sondern für das „Handelsblatt“. Ich finde das „Handelsblatt“ aktuell eines der spannendsten Medien in Deutschland, das eine klare Vision für die Zukunft hat. Ich bin sehr froh, an Bord zu sein.
Ihr Highlight in 15 Jahren beim Fernsehen? Die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Und ein Dreh bei den letzten Leuchtturmwärtern Frankreichs. Drei Tage waren wir mit diesen sehr netten, aber auch ein bisschen verrückten Wärtern mitten im Meer eingesperrt.
Als häufiger Gast im französischen TV: Was ist dort besser?
Ich habe das Gefühl, dass Debatten etwas offener geführt werden. Insgesamt sind Menschen bei Interviews viel entspannter. Reden und Diskutieren gehören vielleicht etwas mehr zur Kultur dazu.
Was können Sie überragend gut? Ich liebe es, spannende Themen aufzuspüren, die man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hat. Vom Brunch zum Louvre sprinten auch, oder? Es ist furchtbar, wenn der Louvre bestohlen wird. Schnell zum Einbruchsort zu eilen und als eine der ersten Journalisten mit dem Handy von dort zu schalten, war für mich aber noch ein guter Abschluss von der ARD.
Verraten Sie eine Schwäche? Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke. Das merke ich leider auch in TeamsSchalten. Aber ich arbeite daran.
Soup à l’oignon oder Frankfurter Grüne Soße?
Grüne Sauce natürlich. Wer in Frankfurt geboren ist, kommt da nicht drum herum.
Sechs Premiers haben Sie als Korrespondentin schon erlebt – wie viele werden es noch?
Auf jeden Fall noch einen Präsidenten oder eine Präsidentin. Für Premiers traue ich mir seit einiger Zeit keine Prognose mehr zu.
Mit wem würden Sie gerne einen Tag die Rolle tauschen?
Mit einem französischen Spitzenkoch. Diese Präzision und Handwerkskunst faszinieren mich sehr.
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