Warum nach fünf Jahren das viel beachtete und ausgezeichnete Start-up-Unternehmen scheiterte.
Christian Salewski arbeitet seit Jahresbeginn fest als Redakteur/ Investigativreporter bei „Frontal“, dem investigativen Aushängeschild des ZDF. Auf Linkedin beschreibt er seine neue Aufgabe: „Dramaturgisch und inhaltlich anspruchsvolle Filme zu machen – ob als Magazinstück, Reportage oder Doku. Crossmedial mit anderen reichweitenstarken Medien zu kooperieren, national wie international, und dabei Text, Audio und Video zusammenzudenken. Auf innovativen Formaten für Recherchejournalismus rumzuhirnen und die starke Marke Frontal auf dem bereits sehr erfolgreichen Weg ins Digitale und Nonlineare zu begleiten.“ Als überzeugter Wirtschaftsjournalist will er weiter daran arbeiten, dass Unternehmen bei krassem Fehlverhalten um ihre Reputation fürchten müssen und sich "Verbraucherverarsche" nicht auszahlt.
Hinter Christian Salewski liegen fünf Jahre Selbstständigkeit. In dem Coronajahr 2020 hatten er und Christian Sothman, Felix Rohrbeck und Dominik Sothmann „Flip“ gegründet. „Wir waren und sind davon überzeugt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher einen mächtigen Hebel in der Hand haben, die Wirtschaft zum Positiven zu verändern – wenn sie denn gut informiert sind und nicht verarscht werden. Deshalb war es stets die Kernaufgabe von Flip, Greenwashing zu entlarven und zu zeigen, wie es besser geht.
Für dieses Engagement wurden sie 2022 von der „Wirtschaftsjournalist:in“-Jury zur Redaktion des Jahres und Christian Salewski 2021 als Wirtschaftsjournalist des Jahres ausgezeichnet.
Leider sei es trotz verschiedener Versuche nicht gelungen, ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell für derart aufwendigen Journalismus zu etablieren. Es wurde vieles ausprobiert, um die Arbeit querzufinanzieren. „Doch zuletzt blieben nicht nur größere Förderungen aus, trotz Bestnoten für unsere Inhalte, nun trifft uns auch die akute Wirtschaftskrise mit voller Wucht. Die allgemeine Konsumzurückhaltung spüren wir auf dem Marktplatz, noch bevor dieser richtig durchstarten konnte. Die sinkenden Werbebudgets vieler Firmen lassen Anzeigenpreise einbrechen und Sponsoren von Bord gehen. Folgen der längsten Rezession der bundesdeutschen Geschichte. Und als wäre das nicht genug, erleben wir auch noch einen harten Backlash bei unserem Kernthema Nachhaltigkeit. Diesem konjunkturellen Gegenwind können wir als kleines Medien-Start-up nichts entgegensetzen. Daher bleibt uns keine andere Wahl: Wir müssen das Projekt Flip aus wirtschaftlichen Gründen beenden.“
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