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News / Markus Fasse hat aufgerüstet
Markus Fasse (Foto: Max Brunnert)
06.01.2026   Aktuelles
Markus Fasse hat aufgerüstet
Der „Handelsblatt“-Redakteur hat einen neuen Arbeitsschwerpunkt. Andere Kollegen ziehen mit.
Die Verteidigungsindustrie ist aus der wirtschaftsjournalistischen Nische herausgetreten und prägt die öffentliche Debatte. Zwischen gesellschaftlicher Aufregung und neuen politischen Realitäten suchen Journalisten nach dem richtigen Tonfall und fundierter Einordnung. Das fällt nicht immer leicht, wie Anne Hünninghaus für „Wirtschaftsjournalist:in“ herausgefunden hat.
 
Ein Auszug: „Finanzredakteur:innen, die sich vor wenigen Jahren noch empörten, dass die Verteidigungsindustrie als „nachhaltig“ gelten möchte, schreiben heute ganz selbstverständlich über die Vorzüge von Defense-Fonds. Prominente Köpfe wie Spiegel-Kolumnist Nikolaus Blome thematisieren öffentlich ihren persönlichen Haltungswandel, wenn es um Aufrüstung oder – wie in Blomes Fall – gar ein Plädoyer für die Notwendigkeit von Atomwaffen für Deutschland geht.
 
Der gesamte Defense-Komplex hat spätestens seit dem Beschluss des Sondervermögens nun auch in die Arbeitsrealität von Wirtschaftsjournalisten gehalten, die vorher kaum mit dem Thema befasst waren; schließlich geht es um milliardenschwere Investitionen, politische Entscheidungen und neue Geschäftsmodellen. Der Sektor beschränkt sich nicht mehr auf die großen Rüstungsplayer; auch Unternehmen, etwa Infrastruktur und Automobil, sind auf den Defense-Zug aufgesprungen. Das Thema auszuklammern, weil man Angst hat, sich damit auf rutschiges Parkett zu begeben, ist längst keine Option mehr. Zumal sich auch das politische Vokabular verschärft, wenn etwa EU-Parlamentarier Manfred Weber fordert, auf „Kriegswirtschaft“ umzustellen.
 
(…)
 
Für Redaktionen kann es eine kluge Investition sein, sich in diesem Bereich besser aufzustellen. Das Handelsblatt hat diesen Schritt getan: Im Sommer 2025 startete unter der Leitung von Markus Fasse und Frank Specht der kostenpflichtige Wochennewsletter Defense Briefing. Jeden Mittwoch klärt das Team etwa darüber auf, wie die Bundeswehr ihre Strukturen und Strategien modernisiert und wie neue Rüstungsprojekte – vom Innovationszentrum bis zur Reform der Wehrpflicht – konkret vorangetrieben werden und richtet sich dabei an Managerinnen und Entscheider sowie das breite Handelsblatt-Publikum. Schon Stand Mitte November hat der Newsletter rund 29.000 Abonnenten, was durchaus als Erfolg zu werten ist.

Markus Fasse, Chefreporter Unternehmen beim Handelsblatt, hat sich in seiner bisherigen Karriere vor allem mit der Automobil- und Luftfahrtbranche beschäftigt und war am Rüstungs-Hotspot München bereits gut vernetzt. Er sagt: „Klar, ich muss gerade viel lernen. Gerade bei Themen wie der Drohnentechnologie waren wir alle bis vor ein, zwei Jahren blank.“ Auch die Industrie selbst befinde sich in einem riesigen Lernprozess, das gelte dann eben auch für Journalistinnen und Journalisten. Als Herausforderung empfindet er den Umgang mit der sehr speziellen militärischen Sprache. Waffen heißen hier „Effektoren“, häufig ist von „letalen Fähigkeiten“ die Rede. Fasse betont: „Wir müssen hier übersetzen, denn diese Begriffe verklausulieren, worum es eigentlich geht: Wir reden über Krieg, und wir reden im Zweifel auch übers Töten, das müssen wir benennen.“ (…)


Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Printausgabe.
 
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