Die SAP-Pressesprecherin spricht über Teamgeist, die Kunst der Vereinfachung – und Wirtschaftsjournalismus.
Zum dritten Mal gewann Monika Schaller den Titel “Beste Unternehmenssprecherin“. Autor Rupert Sommer sprach für „
Wirtschaftsjournalist:in“ mit ihr über die Auszeichnung, über ihre Einschätzung der Branche und aktuelle Entwicklungen.
Welchen Stellenwert hat eine Auszeichnung wie diese für Sie?Danke sehr! Solche Auszeichnungen sind für mich vor allem eine schöne Bestätigung, dass Leidenschaft und Beruf zusammenpassen. Kommunikation ist mein Leben. Ich mache den Job seit 24 Jahren und es ist immer noch so spannend wie am ersten Tag. Aber, was mir wichtig ist: So ein Preis ist nie ein Solo-, sondern immer ein Team-Erfolg. Mein Team leistet fantastische Arbeit und ich weiß, dass ich mich jederzeit voll und ganz auf das Team verlassen kann. Daher: Das ist unser Preis: Ein großes Dankeschön an Euch!
Was reizt Sie daran, Unternehmen zu vertreten, die erklärungsbedürftig sind?Alles andere wäre doch langweilig. Kommunikation ist genau dann spannend, wenn das Produkt, das Geschäftsmodell oder die Branche erklärungsbedürftig sind. Da zeigt sich, ob man es schafft, Komplexität runterzubrechen und Storylines zu entwickeln, mit denen man erfolgreich Verständnis und Vertrauen aufbaut. Das ist für mich auch der Reiz des Berufs: Je härter die Nuss, die es zu knacken gilt, desto besser. Einfach kann jeder.
Sie stehen nun bereits seit gut zwei Jahren in Diensten von SAP: Wie lange dauert es, bis man einen Konzern wie SAP wirklich versteht?SAP ist ein eigener Kosmos – unglaublich schnell, unglaublich international, unglaublich vielfältig – den zu durchdringen geht natürlich nicht von heute auf morgen. Da braucht man Neugier und die Bereitschaft, sich immer wieder neu einzulassen. Die ersten Wochen habe ich intensiv damit verbracht, zuzuhören und ein Gefühl für die Kultur zu bekommen. Ich bin mit offenen Armen empfangen worden. Das hat es mir leicht gemacht, schnell anzukommen – intern wie extern. Was soll ich sagen: Ich fühle mich pudelwohl bei SAP. (...)
Wie verändert KI konkret Ihre Arbeit – und schafft sie wirklich Freiraum?Es ist schon beeindruckend zu sehen, was heute alles mit KI möglich ist. KI nimmt uns viele Routinen ab und erleichtert viele Arbeiten massiv. Das macht uns schneller und schafft Raum für das, was menschlich bleibt: Haltung, Einordnung, Kreativität, Empathie. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an uns als Kommunikatoren exponentiell. Wir müssen agiler werden und schneller liefern als je zuvor. Für mich gilt: KI ist ein großartiger Turbo, aber kein Ersatz. Kommunikation bleibt ein People’s Business. (...)
Sie waren selbst Wirtschaftsjournalistin – wie prägt das Ihre Arbeit heute? Ich denke sehr. Es hat mich gelehrt, kritisch nachzufragen, schnell zu denken und komplexe Themen runterzubrechen. Dieses Verständnis für die „andere Seite“ hilft mir bis heute enorm bei meiner Arbeit. Und: die Eitelkeiten und Schrullen kenne ich, aber die gibt’s auf beiden Seiten.
Ist Journalismus für junge Leute heute noch ein Traumberuf?Ich glaube schon, dass das geht – aber man muss verstehen und akzeptieren, wie sehr sich der Beruf verändert hat und weiter verändern wird. Journalismus ist heute crossmedial, schnell und divers. Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen härter geworden: ökonomischer Druck, Social Media, Vertrauenskrisen. Wer auf Sicherheit und Strukturen hofft, läuft Gefahr, enttäuscht zu sein. Was sich aber nicht verändert hat: Journalisten brauchen Neugier, Flexibilität und die Lust, sich immer wieder in neue Themen einzuarbeiten. Wer daran Spaß hat und gestalten will, hat eine unglaublich spannende Karriere vor sich. (...)
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